Immobilienwissen

Bestandsimmobilie kaufen – Günstiger als Neubau, aber mit versteckten Kosten

Altbau statt Neubau? Oft die bessere Wahl. Aber nur, wenn Du die 7 versteckten Kostenfallen kennst und vermeidest. Wir zeigen Dir, wie Du eine Bestandsimmobilie richtig kaufst – inklusive KfW-Förderungen, die sich niemand entgehen lassen sollte.

20-50% günstiger im Kaufpreis als vergleichbarer Neubau im Preisvergleich pro qm
Aber: Sanierungskosten oft unterschätzt
KfW-Förderung bis zu 150.000 € möglich
Sofort einziehen statt 2 Jahre warten - sofern die Immobilie nicht länger saniert werden muss.

Was ist günstiger – Bestandsimmobilie oder Neubau?

Die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an.
Der Preis-Vergleich (2025/2026)

Beispiel-Region: Mittelgroße Stadt, 140 m² Einfamilienhaus. Unterstellt wurde für den Neubau: Energieausweis Klasse A, nur Renovierungen in 20 Jahren nötig. Für das Objekt aus 1995: eine Renovierung bei Einzug von Böden und Wänden und später ein Heizungstausch und weitere Reparaturen - jedoch noch Keine Dachsanierung. Bei dem Objekt aus 1960 wurden Heizungstausch, Dachsanierung und neue Dämmung sowie eine Renovierung der Böden und Wände unterstellt.

Neubau
Erstbezug
Kaufpreis/Baukosten 650.000 €
Sanierung (Kauf) 0 €
Sanierung (20J) 25.000 €
Energie (20J) 48.000 €
Gesamtkosten 723.000 €
Bestandsimmobilie
Baujahr 1995
Kaufpreis 480.000 €
Sanierung (Kauf) 30.000 €
Sanierung (20J) 85.000 €
Energie (20J) 72.000 €
Gesamtkosten 667.000 €
Bestandsimmobilie
Baujahr 1960
Kaufpreis 280.000 €
Sanierung (Kauf) 80.000 €
Sanierung (20J) 170.000 €
Energie (20J) 120.000 €
Gesamtkosten 650.000 €
Expertentipp: Der ältere Altbau kostet am Ende fast GLEICH VIEL wie der sanierte Neubau von 1995. Warum? Energiekosten über 20 Jahre fressen die Ersparnis auf.

Wann lohnt sich eine Bestandsimmobilie?

Bestandsimmobilie lohnt sich, wenn:

  • Kaufpreis plus Sanierungskosten merkbar unter Neubau liegt - wir empfehlen hier 20% günstiger als Vergleichsgröße
  • Sanierungsbedarf unter 50.000 € liegt - in diesem Fall ist sowohl die Baufinanzierung leichter umzusetzen, als auch meist eine kürzere Modernisierungsdauer bis zum Einzug.
  • Lage besser als verfügbare Neubaugebiete
  • Grundstück größer und zentral
  • Du sofort einziehen willst (keine 12 bis 24 Monate Bauzeit)

Wann lohnt sich ein Neubau?

Neubau lohnt sich, wenn:

  • Das Vergleichsobjekt mit Kaufpreis und Sanierungskosten teurer wäre
  • Du 30+ Jahre im Haus bleiben willst (Energiekosten!)
  • Barrierefreiheit wichtig ist
  • Du exakte Vorstellungen hast (Grundriss, Ausstattung)

Natürlich ist dies eine beispielhafte Darstellung - jedoch passend zu einem Vergleich eines echten Kunden mit den Modellberechnungen aus dessen Beratung. In anderen Kundenberatungen lassen sich hierzu Parallelen feststellen. Oft mit dem Ergebnis, dass beim Kauf eines Bestandobjektes die heutigen Kosten deutlich geringer sind, wodurch ein Immobilienkauf auch mit geringerem Budget möglich wird. Über die nächsten Jahrzehnte sind hier jedoch oft weitere Kosten für die Sanierung zu berücksichtigen. Hier können dann jedoch durch Eigenleistungen und schrittweise Sanierung viele Maßnahmen an das verfügbare Budget angepasst werden.


Die Thesen, dass man bei Bestandskauf oder dagegen bei Neubau generell spart sind somit beide falsch - es kommt immer auf den Einzelfall an, der bereits bei der Baufinanzierungsberatung mit analysiert werden muss. Schließlich ist vor allem bei Sanierungen in den nächsten Jahren nach einem Bestandskauf auch wichtig, dass notwendige Maßnahmen nach Einzug ebenso umsetzbar und finanzierbar sind.

Diese versteckten Kosten zerstören Dein Budget

Falle 01

Sanierungspflicht (GEG 2024)

Du kaufst heute ein Haus für 280.000 €. In 2 Jahren bekommst Du Post: "Sanierungspflicht binnen 2 Jahren. Kosten: 80.000 €."

Was ist Sanierungspflicht? Seit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2024 gilt bei Eigentümerwechsel:
Pflicht zur Sanierung innerhalb von 2 Jahren:

  • Dämmung oberste Geschossdecke (falls nicht gedämmt)
  • Austausch alter Heizkessel (über 30 Jahre alt)
  • Austausch von Rohrleitungen in unbeheizten Räumen
Kosten: 15.000 € bis 40.000 € je nach Haus
Diese Kosten kommen IMMER. Budget sie von Anfang an ein.
Falle 02

Energetische Sanierung (freiwillig, aber notwendig)

Die Realität:
Haus Baujahr 1960: Energiekosten 4.500 € pro Jahr
Nach energetischer Sanierung: 1.800 € pro Jahr
Ersparnis: 2.700 € pro Jahr

Kosten einer Komplettsanierung:
  • Fassadendämmung: 30.000-50.000 €
  • Dachdämmung: 15.000-25.000 €
  • Dachneueindeckung: 25.000-40.000 €
  • Neue Fenster: 15.000-25.000 €
  • Neue Heizung (Wärmepumpe): 25.000-40.000 €
Gesamt: 85.000-180.000 €
Amortisation: 32-52 Jahre
Du denkst: "Das lohnt sich nie!" Falsch. KfW-Förderung halbiert Deine Kosten.
Falle 03

Versteckte Baumängel

Die häufigsten Mängel bei Bestandsimmobilien:

  • 1. Feuchtigkeit im Keller: Kosten Behebung: 10.000-30.000 €. Oft erst nach 2 Jahren sichtbar.
  • 2. Veraltete Elektrik: Keine Erdung, keine FI-Schalter. Komplette Erneuerung: 15.000-25.000 €.
  • 3. Asbest: (insbesondere in den 70ern). Entsorgung: 10.000-30.000 €.
  • 4. Holzschäden (Schwamm, Käfer): Dachstuhl betroffen: 20.000-60.000 €.
Diese Mängel siehst Du bei der Besichtigung NICHT. Gutachter kosten 1.500 €. Sie sparen Dir 50.000 € Ärger.
Falle 04

Grundsteuer bei alten Häusern

Neu seit 2025: Grundsteuer-Reform
Alte Häuser oft höher bewertet als gedacht. Grundsteuer kann sich verdoppeln.

Vorher: 800 € pro Jahr
Jetzt: 1.600 € pro Jahr

Faktor: 800 € mehr × 30 Jahre = 24.000 € Mehrkosten
Falle 05

Erschließungsbeiträge

Bei älteren Häusern können nachträglich Erschließungsbeiträge fällig werden:

  • Straßensanierung: 5.000-15.000 €
  • Kanalsanierung: 3.000-10.000 €
  • Glasfaseranschluss: 2.000-5.000 €
Prüfen: Vor Kauf beim Bauamt erfragen: "Sind Erschließungsbeiträge offen?"
Falle 06

Denkmalschutz

Steht das Haus unter Denkmalschutz?

  • Sanierung 2-3x teurer
  • Nur bestimmte Materialien erlaubt
  • Jede Änderung muss genehmigt werden
Vorteil: Steuervorteile (AfA 9% über 8 Jahre)
Nachteil: Massiv höhere Kosten
Falle 07

Bestandsschutz endet bei Umbauten

Dein Haus steht seit 1960. Es hat Bestandsschutz. Du willst umbauen? Bestandsschutz ENDET.

Was heißt das?
Altes Haus erfüllt heutige Bauvorschriften nicht.
Bei Umbau: ALLE heutigen Vorschriften greifen (Brandschutz, Wärmedämmung, Statik – alles neu).

Kosten: Aus 30.000 € geplantem Umbau werden 80.000 €

Die Wahrheit über Baujahre – welche Häuser taugen etwas?

1900 - 1930
Gründerzeit
Bauweise: Massiv, hohe Decken, solide (Ausgenommen die letzten Fachwerkhäuser aus der Zeit bis 1914)
Vorteil: Stabil, schöne Architektur, großzügig
Nachteil: Keine Wärmedämmung, alte Elektrik, oft Einzelofenheizung
Sanierungskosten: 120.000 - 200.000 €
Urteil: Bei gutem Zustand und wenn Du Charme liebst, jedoch oft erhöhte Kosten für Elektrik und Leitungssanierung. Bei besonders schönen und repräsentativen Objekten sind vor allem in Großstädten erhöhte Preise zu erwarten.
Besonderheit Fachwerkhäuser: Hier sind erhöhte Sanierungskosten auch für künftige Maßnahmen zu berücksichtigen. Meist ist eine Prüfung durch einen Gutachter vor Kauf sinnvoll.
1930 - 1960
Vorkrieg / Nachkrieg
Bauweise: Solide, aber oft müssen alle Gewerke, Leitungen und energetische Sanierung berücksichtigt werden.
Vorteil: Stabil gebaut
Nachteil: Keine Dämmung, Asbest möglich, veraltete Technik
Sanierungskosten: 100.000 - 250.000 €
Urteil: Ebenso wie noch ältere Objekte sind hier die Sanierungskosten neben der Innenrenovierung auch für Leitungen, Elektrik und eine energetische Sanierung zu berücksichtigen. Es wurden bis in die 60er noch Holzbalkendecken gebaut, wodurch Räume oft keinen geraden Boden haben und das Haus hellhörig wirkt.
1960 - 1979
Wirtschaftswunder
Bauweise: Oft schnell und günstig gebaut
Vorteil: Oft größere Grundstücke
Nachteil: Schlechte Dämmung, Ölheizung, Asbest - insbesondere bei Fertighäusern in den 70ern.
Sanierungskosten: 80.000 - 120.000 €
Urteil: In diesen Baujahren sind günstige Käufe öfter dann möglich, wenn teure Gewerke wie Dach, Elektrik und Leitungen bereits saniert wurden, aber der Kaufpreis durch einen nicht modernen “Look” dennoch geringer als andere Vergleichsobjekte ist.
1980 - 1995
Erste Ölkrise
Bauweise: Erste Dämmstandards, aber noch niedrig
Vorteil: Solidere Bauweise als 60er/70er
Nachteil: Dämmung nach heutigen Standards unzureichend
Sanierungskosten: 50.000 - 80.000 €
Urteil: Guter Kompromiss – Preis vs. Sanierungsbedarf.
1996 - 2001
Wärmeschutzverordnung
Bauweise: Deutlich bessere Dämmung
Vorteil: Energiekosten moderater, weniger Sanierungsbedarf
Nachteil: Teils Baumängel (Feuchtigkeit durch falsche Dämmung)
Sanierungskosten: 30.000 - 50.000 €
Urteil: Sehr gut – häufig gutes Preis-Leistungs-Verhältnis verglichen mit anderen Baujahren.
2002 - 2015
EnEV (Energieeinsparverordnung)
Bauweise: Gute Dämmstandards
Vorteil: Niedrige Energiekosten, wenig Sanierungsbedarf
Nachteil: Preis fast wie Neubau
Sanierungskosten: 10.000 - 30.000 €
Urteil: Top Wahl, wenn Preis stimmt. Durch die guten Dämmwerte und das meist noch moderne Erscheinungsbild sind hier oft viele Kaufinteressenten auf ein Objekt vorhanden.
2016+
GEG (Gebäudeenergiegesetz)
Bauweise: Hohe Dämmstandards, oft KfW-Effizienzhaus
Vorteil: Minimale Energiekosten
Nachteil: Kaum günstiger als Neubau
Sanierungskosten: 0 - 10.000 €
Urteil: Quasi Neubau, kaum Kostenvorteile erzielbar. Dafür kann man meist in eine moderne Immobilie ohne großen Aufwand direkt einziehen.

Unser Fazit

Die Sweet Spot Jahre sind 1996-2001. Gute Bauqualität, überschaubare Sanierungskosten, deutlich günstiger als Neubau.

Diese KfW-Förderungen darfst Du nicht verpassen

KfW 124

Wohneigentumsprogramm

Kauf oder Bau von selbstgenutztem Wohneigentum
  • Kredithöhe: bis zu 100.000 € pro Wohneinheit
  • Zinssatz: deutlich unter Marktniveau (aktuell 3,86 % für 10J. Zinsbindung)
  • Laufzeit: 4-35 Jahre
  • Zinsbindung: 5 oder 10 Jahre
  • Tilgungsfreie Anlaufjahre: 1-5 Jahre möglich

Wer bekommt's: Alle, die selbstgenutztes Wohneigentum kaufen – keine Einkommensgrenzen.
Antrag: Über Deine Hausbank BEVOR Du den Kaufvertrag unterschreibst.

Vorteil: Bei 100.000 € über 20 Jahre: ca. 8.000-12.000 € Zinsersparnis gegenüber normalem Kredit.
KfW 300

Wohneigentum für Familien

Kauf von Wohneigentum speziell für Familien mit Kindern
  • Kredithöhe: bis zu 270.000 € (abhängig von Kinderzahl und Einkommen)
  • Zinssatz: ab 0,01 % nominal (fast kostenlos!)

Voraussetzungen:

  • Mindestens 1 Kind unter 18 Jahren im Haushalt
  • Haushaltseinkommen max. 90.000 € + 10.000 € pro Kind
  • Wohnfläche max. 150 m²
  • Immobilie muss Effizienzhaus-Standard 40 erfüllen (oft schwierig bei Bestand)
Wichtig: Gilt auch für Bestandsimmobilien, wenn sie nach Sanierung Effizienzhaus 40 sind.
KfW 261

Energetische Sanierung

Umfassende energetische Sanierung zum Effizienzhaus
  • Kredithöhe: bis zu 150.000 € pro Wohneinheit
  • Tilgungszuschuss: bis zu 67.500 € (maximal 45 %)
  • Zinssatz: ab 2,34 % (je nach Effizienzhaus-Stufe)
StufeEnergiebedarfTilgungszuschussMax. Förderung
EH 8585 % Ref.5 %7.500 €
EH 7070 % Ref.10 %15.000 €
EH 5555 % Ref.15 %22.500 €
EH 4040 % Ref.20 %30.000 €
Günstiger Zins und Zuschüsse möglich. Dafür musst Du die Sanierung richtig planen und umsetzen. Eine Energieberatung ist dafür nötig, die vorab Kosten verursacht.
BEG EM

Einzelmaßnahmen

Einzelne energetische Maßnahmen (nicht Komplettsanierung)

Förderhöhe:

  • 30 % Grundförderung
  • 20 % Klimageschwindigkeitsbonus (bei Austausch alter fossiler Heizung)
  • 30 % Einkommensbonus (zu versteuerndes HH-Einkommen ≤ 40.000 €)
  • 5 % Effizienzbonus (z. B. bei Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel)
  • 👉 Maximal 70 % Zuschuss
Förderfähige Kosten 30.000 € pro Wohneinheit
Maximaler Zuschuss 21.000 € pro Wohneinheit

Beispiele:

  • Dämmung Fassade: Kosten 40.000 € → Zuschuss 6.000 €
  • Neue Fenster: Kosten 20.000 € → Zuschuss 3.000 €
  • Wärmepumpe: Kosten 30.000 € → Zuschuss bis zu 21.000 €
Wichtig: Antrag VOR Beauftragung stellen!
KfW 134

Genossenschaftsanteile

Kauf von Genossenschaftsanteilen bei Wohnungsbaugenossenschaften
  • Kredithöhe: bis zu 50.000 €
  • Zinssatz: unter Marktniveau
  • Laufzeit: flexibel

Für wen relevant: Wenn Du Mitglied einer Wohnungsbaugenossenschaft wirst und dadurch Zugang zu günstigerem Wohneigentum erhältst.

Achtung: für Genossenschaften gelten bei den meisten Banken andere Finanzierungskriterien als für Privatpersonen. Ein Baufinanzierungsvergleich unterliegt daher einer eingeschränkten Bankenauswahl, da dies nicht alle Banken anbieten.

Die 10-Schritte-Checkliste für den Kauf

1

Budget realistisch kalkulieren

Nicht nur Kaufpreis, sondern:

  • Kaufpreis
  • Kaufnebenkosten (10-15 %)
  • Sanierungskosten (Budget + Puffer passend zu den möglichen Kostenabweichungen)
  • Energetische Sanierung (optional, aber mindestens einfache Maßnahmen wie Geschossdeckendämmung sinnvoll)
  • Rücklagen für Unvorhergesehenes (10.000 €)
2

Energieausweis verlangen

Zwei Arten:
1. Verbrauchsausweis (basiert auf Vorbesitzer, wenig aussagekräftig)
2. Bedarfsausweis (basiert auf Gebäudezustand, aussagekräftig)

Faustregel (Endenergiebedarf):

Unter 100 kWh/m²/Jahr Gut
100-150 kWh/m²/Jahr Okay
Über 150 kWh/m²/Jahr Sanierung nötig
Über 200 kWh/m²/Jahr Banken fragen oft Sanierungsplan
Über 250 kWh/m²/Jahr Sanierung dringend / Bonitätsprüfung
3

Gutachter beauftragen

Kosten: 500 - 3.000 € (abhängig von Hausgröße und Prüfungsumfang)

Was der Gutachter prüft:

  • Statik, Fundament
  • Dach, Dachstuhl
  • Feuchtigkeit
  • Elektrik, Leitungen
  • Heizung
  • Holzschäden
  • Asbest, Schadstoffe
1.500 € Gutachter heute sparen Dir 50.000 € Ärger morgen.
4

Sanierungspflichten klären

Beim Verkäufer erfragen:
  • Alter der Heizung (über 30 Jahre = Austauschpflicht)
  • Dämmung oberste Geschossdecke vorhanden?
  • Rohrleitungen in unbeheizten Räumen gedämmt?
Beim Bauamt erfragen:
  • Denkmalschutz?
  • Erschließungsbeiträge offen?
  • Baulastenverzeichnis (Wegerechte, Leitungsrechte)?
5

Sanierungskosten kalkulieren

Hol Dir mehrere Angebote von Handwerkern ein (Dachdecker, Heizungsbauer, Elektriker, Maler/Bodenleger).

Tipp: Rechne immer +10 % Puffer ein. Aus Erfahrung: Es kommt fast immer etwas Unvorhergesehenes.
6

KfW-Förderung beantragen (VOR Kauf!)

Der korrekte Ablauf:
Energieberater buchen → Sanierungsplan → KfW-Antrag → Kaufvertrag

Wichtig: KfW-Antrag MUSS gestellt werden BEVOR Du kaufst. Wer das vergisst, verschenkt 20.000-40.000 €.
7

Finanzierung über Vergleich sichern

Nicht nur zur Hausbank gehen. Wir vergleichen über 600 Banken für Dich:

  • Hausbank-Angebot (oft günstiger online anfragbar als in der Filiale)
  • KfW-Förderung
  • Alle regionalen & überregionalen Banken
Rechenbeispiel: Zinsunterschied von 0,3 % bei 300.000 € = 18.000 € Mehrkosten über Laufzeit.
8

Kaufvertrag notariell beurkunden

  • Prüfe Kaufvertrag VOR dem Notartermin
  • Beschaffe VOR dem Termin eine Finanzierungszusage (wir helfen dabei)
  • Lass Dir unklare Klauseln erklären
  • Achte auf Gewährleistungsausschluss ("Gekauft wie besehen")
9

Grundbucheintrag und Übergabe

Nach Kaufvertrag:

  • Grundbucheintrag (ca. 4-8 Wochen)
  • Auszahlung Kaufpreis
  • Schlüsselübergabe
Tipp: Übergabeprotokoll mit Fotos anfertigen (Zählerstände, Zustand).
10

Sanierung starten (mit KfW-Begleitung)

Falls KfW-Förderung genutzt wird:

  • Energieberater muss Sanierung begleiten
  • Jeder Schritt muss dokumentiert werden
  • Nach Abschluss: Abnahme durch Energieberater
Ziel erreicht: Der Tilgungszuschuss wird ausgezahlt.

Häufige Fragen zum Kauf von Bestandsimmobilien

Was ist eine Bestandsimmobilie?
Eine Bestandsimmobilie ist ein bereits gebautes Haus oder eine bestehende Wohnung, das oder die zum Verkauf steht. Im Unterschied zum Neubau sind Bestandsimmobilien typischerweise 20 bis 50 Prozent günstiger im Kaufpreis, können aber Sanierungsbedarf mitbringen. Bestandsimmobilien können Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen sein, unabhängig vom Baujahr.
Welche Förderung gibt es für den Kauf einer Bestandsimmobilie?
Beim Kauf einer Bestandsimmobilie kannst Du den KfW-Kredit 261 (Sanierung) bis 150.000 EUR pro Wohneinheit nutzen, wenn Du nach Kauf eine energetische Sanierung machst. Der KfW 358/359 Ergänzungskredit deckt einzelne Maßnahmen wie Dämmung oder Fenster. Auf Landesebene gibt es in Hessen das Hessen-Darlehen Bestandserwerb (max. 200.000 EUR zu 0,60 Prozent) und das Hessengeld als Zuschuss zur Grunderwerbsteuer (10.000 EUR pro Käufer plus 5.000 EUR pro Kind).
Was bedeutet Kauf Bestandsimmobilie?
Kauf Bestandsimmobilie bedeutet, dass Du ein bereits bestehendes, bewohntes oder bewohnbares Haus oder eine Wohnung kaufst – im Gegensatz zum Neubau. Bestandsimmobilien sind alle Gebäude, die bereits fertiggestellt sind, unabhängig vom Alter.
Was ist günstiger, Bestandsimmobilie oder Neubau?
Bestandsimmobilien sind im Kaufpreis meist 20-50% günstiger als Neubauten oder neubau ähnliche Immobilien. Allerdings musst Du Sanierungskosten einkalkulieren. Unter dem Strich ist eine Bestandsimmobilie günstiger, wenn Kaufpreis und Sanierungskosten unter einem vergleichbaren neuen Haus liegen und Du energetische Sanierung nutzt, um Förderungen zu bekommen.
Welche Baujahre bei Häusern sind die qualitativ besten?
Die qualitativ besten Baujahre sind 1996-2001 (erste gute Dämmstandards, solide Bauweise) und 2002-2015 (EnEV-Standards). Häuser vor 1980 haben oft hohen Sanierungsbedarf. Häuser nach 2016 sind fast so teuer wie Neubauten.
Was ist der teuerste Fehler beim Hausverkauf?
Der teuerste Fehler ist der Kauf ohne Gutachter. Versteckte Mängel (Feuchtigkeit, Elektrik, Asbest, Holzschäden) können 50.000-100.000 € zusätzliche Kosten verursachen. Ein Gutachter kostet meist 1.500 €, sorgt jedoch dafür eine Fehlentscheidung zu vermeiden.
Wie viel Eigenkapital braucht man für 500.000 €?
Für 500.000 € Kaufpreis solltest Du mindestens die Kaufnebenkosten haben. Empfohlen werden 20-30% Eigenkapital, also 100.000-150.000 €. Damit deckst Du die Kaufnebenkosten (50.000-75.000 €) und verbesserst Deine Zinskonditionen erheblich.
Kann man sein Haus verkaufen und trotzdem drin wohnen bleiben?
Ja, über Nießbrauch oder Wohnrecht. Beim Nießbrauch behältst Du alle Rechte (Wohnen, Vermieten), beim Wohnrecht nur das Recht, selbst zu wohnen. Beide Modelle werden notariell im Grundbuch eingetragen und mindern den Kaufpreis. Banken finanzieren jedoch selten oder gar nicht, wenn ein Wohnrecht oder Nießbrauch im vorrang zu der Grundschuld der Bank im Grundbuch eingetragen sind.
Was ist eine Bestandswohnung?
Eine Bestandswohnung ist eine bereits fertiggestellte, meist bewohnte oder früher bewohnte Wohnung – im Gegensatz zu Neubauwohnungen. Der Begriff wird oft für Eigentumswohnungen verwendet, die auf dem Gebrauchtmarkt verkauft werden.
Wann zählt eine Wohnung als unbewohnbar?
Eine Wohnung gilt als unbewohnbar, wenn erhebliche Mängel die Gesundheit gefährden: Schimmelbefall, fehlende Heizung/Warmwasser, undichtes Dach, defekte Elektrik, keine funktionierenden sanitären Anlagen. Unbewohnbare Wohnungen dürfen nicht vermietet werden.
Was bedeutet Sanierung im Bestand?
Sanierung im Bestand bedeutet die Modernisierung und Instandsetzung einer bestehenden Immobilie. Dazu gehören energetische Sanierung (Dämmung, Heizung), Beseitigung von Baumängeln, Modernisierung von Elektrik/Sanitär und optische Aufwertung.
Welche Häuser haben Bestandsschutz?
Alle legal errichteten Gebäude haben Bestandsschutz – sie müssen nicht an aktuelle Bauvorschriften angepasst werden. ABER: Bei wesentlichen Umbauten oder Nutzungsänderungen endet der Bestandsschutz und aktuelle Vorschriften greifen.
Was fällt alles unter Bestandsschutz?
Unter Bestandsschutz fallen: bisherige Nutzung, Bauweise, Abstandsflächen, Gebäudehöhe, Denkmalschutz-Ausnahmen. Bestandsschutz endet bei: Umbau über 50% der Gebäudesubstanz, Nutzungsänderung, Erweiterung, längerer Leerstand (oft 7 Jahre).

So helfen wir Dir beim Kauf Deiner Bestandsimmobilie

Du bekommst:
  • Finanzierungsvergleich über 600 Banken
  • Beratung zu KfW-Förderungen (oft 20.000-67.500 € Zuschuss möglich)
  • Kalkulation: Kaufpreis + Sanierung + Förderung = Dein echtes Budget
  • Kontakte zu Gutachtern und Energieberatern
  • Begleitung von der Objektsuche bis zur Schlüsselübergabe
Du bekommst nicht:
  • Garantie auf Finanzierung (hängt von Deiner Bonität ab)
  • Wunder bei schlechter Objektqualität - wenn wir Risiken erkennen weisen wir dich darauf hin. Bei schlechten Objekten raten wir vom Kauf ab - Du hast natürlich selbst die Entscheidung.

Unser Versprechen: Wir sagen Dir ehrlich, ob eine Bestandsimmobilie für Dich passt oder ob Neubau besser ist. Manchmal ist die unbequeme Wahrheit die bessere Entscheidung.

„Bestandsimmobilie ist nicht gleich Bestandsimmobilie. Wir helfen Dir, die versteckten Kosten zu finden – BEVOR Du kaufst."

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