Kaufnebenkostenrechner 2026: Notar, Grundbuch, Steuer und Makler exakt berechnen

Notar- und Grundbuchkosten liegen 2026 je nach Kaufpreis bei 1,1 % bis 1,4 % vom Kaufpreis. Bei 400.000 € Kaufpreis sind das rund 4.700 €. Berechne deine exakten Kaufnebenkosten unten, inklusive Grunderwerbsteuer und Maklerprovision für dein Bundesland.

Kaufnebenkosten in 30 Sekunden berechnen

Genaue Berechnung nach § 34 GNotKG · 16 Bundesländer · Grundschuld, Notar, Grundbuch und Makler.

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Notar- und Beurkundungsgebühren nach § 34 GNotKG, inkl. 19 % USt
Grundbuchamt Eigentum + Grundschuld + Auflassungsvormerkung
Grunderwerbsteuer Hessen: 6,0 % vom Kaufpreis
Kaufnebenkosten gesamt vom Kaufpreis

Berechnung nach § 34 GNotKG Anlage 2 (BGBl. 2025 I Nr. 109) und aktueller Grunderwerbsteuersätze der Bundesländer (Stand 2026-05-04). Kein Einreichungsersatz, kein Steuerbescheid, die exakte Notarrechnung kann minimal abweichen, wenn Sonderleistungen anfallen.

Notar- und Grundbuchkosten 2026, Beispiele für 7 Kaufpreise

Die folgende Tabelle zeigt typische Notar- und Grundbuchkosten ohne Treuhand-Anderkonto, mit Grundschuldbestellung im selben Beurkundungstermin (Standardfall). Berechnet exakt nach § 34 GNotKG Anlage 2.

KaufpreisNotar (inkl. USt)GrundbuchGesamt% vom KP

Annahme: Grundschuld in Höhe des Kaufpreises, derselbe Notar für Kaufvertrag und Grundschuldbestellung. Die Auflassungsvormerkung ist im Grundbuch-Block enthalten.

Wofür fallen Notarkosten beim Hauskauf an? Die 7 Aufgaben des Notars

In Deutschland ist ein Immobilienkauf ohne notarielle Beurkundung rechtlich unwirksam (§ 311b BGB). Der Notar ist neutraler Mittler zwischen Käufer und Verkäufer und übernimmt diese 7 Aufgaben:

  1. Kaufvertrag entwerfen und beurkunden, Pflicht nach § 311b BGB. Beide Parteien werden verlesen, klären offene Fragen, unterschreiben in Anwesenheit des Notars.
  2. Auflassungsvormerkung beim Grundbuchamt (§ 883 BGB), sichert dem Käufer die Position bis zur endgültigen Eigentumsumschreibung.
  3. Vorkaufsrechte einholen, die Gemeinde hat nach § 24 BauGB ein Vorkaufsrecht und muss zustimmen oder verzichten.
  4. Meldung ans Finanzamt, der Notar löst die Grunderwerbsteuer-Festsetzung aus.
  5. Kaufpreis-Überwachung und Fälligkeitsmitteilung, der Notar prüft, ob alle Voraussetzungen (Vorkaufsrecht-Verzicht, Auflassungsvormerkung, Lastenfreistellung) erfüllt sind, bevor der Käufer zahlt.
  6. Eigentumsumschreibung im Grundbuch, nach Kaufpreiszahlung beantragt der Notar die Umschreibung beim Grundbuchamt.
  7. Vollzugsmeldung, nach erfolgter Umschreibung informiert der Notar Käufer, Verkäufer und ggf. Bank.

Mehrere Notarrechnungen, wann kommt welche Rechnung?

Anders als oft angenommen, bekommen Käufer beim Hauskauf nicht eine einzige Gesamtrechnung, sondern häufig zwei bis drei separate Rechnungen über mehrere Wochen verteilt. Das liegt daran, dass nach §§ 91 ff. GNotKG jede separate Beurkundung und jede Grundbuchamtsleistung eigenständig abgerechnet wird.

Phase 1, Beurkundungstermin (Tag 0)
Rechnung 1 vom Notar: Beurkundung des Kaufvertrags + Auflassungsvormerkung. Macht etwa 60 bis 70 % der gesamten Notarkosten aus. Zahlungsfrist meist 14 Tage.
Phase 2, Grundschuldbestellung (Tag 14 bis 42)
Rechnung 2 vom Notar: Beurkundung der Grundschuld. Findet oft separat statt, sobald die Bank das Darlehen freigibt. Lässt sich mit Phase 1 zusammenlegen, und genau hier liegt das Sparpotenzial.
Phase 3, Eigentumsumschreibung (Tag 60 bis 90)
Rechnung 3 vom Grundbuchamt (nicht vom Notar): Eigentumsumschreibung im Grundbuch. Wird erst nach vollständiger Kaufpreiszahlung gestellt. Justizverwaltungsgebühr ohne Umsatzsteuer.
Tipp Baufivergleich: Wenn Kaufvertrag und Grundschuldbestellung im selben Beurkundungstermin erfolgen, reduziert sich die Beurkundungsgebühr für die Grundschuld nach KV 21100 / Anmerkung 21101 GNotKG von 2,0 auf 1,0. Bei einem Kaufpreis von 400.000 € spart das rund 800 €.

Die GNotKG-Gebührentabelle 2026, so wird gerechnet

Nach § 34 Abs. 3 GNotKG bestimmt sich jede Notargebühr nach Tabelle A oder Tabelle B, multipliziert mit dem im Kostenverzeichnis (Anlage 1) festgelegten Gebührensatz. Für den Standard-Hauskauf gilt fast überall Tabelle B. Die folgenden Werte sind die offiziellen Tabelle-B-Beträge aus Anlage 2 (BGBl. 2025 I Nr. 109, S. 18):

Geschäftswert bis €1,0-Gebühr Tabelle B2,0-Gebühr
10.00075 €150 €
50.000165 €330 €
100.000273 €546 €
200.000435 €870 €
300.000635 €1.270 €
400.000785 €1.570 €
500.000935 €1.870 €
750.0001.335 €2.670 €
1.000.0001.735 €3.470 €
2.000.0003.335 €6.670 €

Quelle: GNotKG Anlage 2, gesetze-im-internet.de. Mindestgebühr je Posten 15 € (§ 34 Abs. 5 GNotKG). Für die Beurkundung des Kaufvertrags fällt eine 2,0-Gebühr an (KV 21100). Für die Grundschuldbestellung im Folgetermin eine weitere 2,0-Gebühr, im selben Termin reduziert auf 1,0 (KV 21100 / Anmerkung 21101).

Wer zahlt die Notarkosten, Käufer oder Verkäufer?

In der Regel trägt der Käufer die Notar- und Grundbuchkosten. Der Verkäufer zahlt nur die Kosten für die Löschung alter, nicht mehr benötigter Grundschulden. Das ist Praxis, kein Gesetz, und kann im Kaufvertrag abweichend geregelt werden.

SzenarioNotarGrundbuchHinweis
Standard-HauskaufKäuferKäuferVertragspraxis
Löschung alter GrundschuldVerkäuferVerkäufer§ 1183 BGB
Vertrag scheitert (Käufer springt ab)Käufermeist entfälltBestellerprinzip
Vertrag scheitert (Verkäufer springt ab)der, der Notar beauftragt hatmeist entfällt
SchenkungBeschenkterBeschenkteri.d.R.
ErbschaftErbeErbe§ 35 GrEStG Befreiung möglich

Notar, Grundbuch, Grunderwerbsteuer und Makler, alle 16 Bundesländer im Vergleich

Notar- und Grundbuchgebühren sind bundeseinheitlich nach GNotKG. Die Grunderwerbsteuer setzt jedes Bundesland selbst fest (3,5 % bis 6,5 %). Die Maklerprovision ist regionale Konvention, kein Gesetz. Stand Mai 2026:

BundeslandGrEStMakler ges.Käuferanteil
Bayern3,5 %7,14 %3,57 %
Sachsen5,5 %7,14 %3,57 %
Thüringen5,0 %7,14 %3,57 %
Baden-Württemberg5,0 %7,14 %3,57 %
Niedersachsen5,0 %5,95 %2,98 %
Sachsen-Anhalt5,0 %7,14 %3,57 %
Rheinland-Pfalz5,0 %7,14 %3,57 %
Bremen5,5 %5,95 %2,98 %
Hamburg5,5 %6,25 %3,12 %
Mecklenburg-Vorpommern6,0 %5,95 %2,98 %
Berlin6,0 %7,14 %3,57 %
Hessen6,0 %5,95 %2,98 %
Brandenburg6,5 %7,14 %3,57 %
Schleswig-Holstein6,5 %7,14 %3,57 %
Saarland6,5 %7,14 %3,57 %
Nordrhein-Westfalen6,5 %7,14 %3,57 %

Wichtige Änderungen: Sachsen erhöhte am 01.01.2023 von 3,5 auf 5,5 %. Thüringen senkte am 01.01.2024 als erstes Bundesland von 6,5 auf 5,0 %. Bremen erhöhte am 01.07.2025 von 5,0 auf 5,5 %. Quellen: Wikipedia DE Grunderwerbsteuer mit Verweis auf die jeweiligen Finanzministerien der Länder; ImmoScout24, drklein.de und haus.de für die Maklerprovisionen.

6 konkrete Tipps, mit denen du bei den Kaufnebenkosten sparst

Anders als bei vielen Ratgebern sind das geprüfte, rechtssichere Spartipps. Was nicht funktioniert, steht weiter unten.

  1. Inventar im Kaufvertrag separat ausweisen. Die Grunderwerbsteuer fällt nur auf das Grundstück und das Gebäude an, nicht auf bewegliches Inventar. Wer Einbauküche, Sauna oder Markisen mitkauft, kann diese Posten separat ausweisen. Beispiel NRW (6,5 %): bei 15.000 € Inventar sparst du 975 € Grunderwerbsteuer. Das Finanzamt akzeptiert in der Regel bis 15 % des Kaufpreises ohne Belege.
  2. Notaranderkonto vermeiden. Treuhand-Konten verursachen eine Hebegebühr von 0,5 bis 1 % des Kaufpreises. Bei direktem Zahlungsweg an den Verkäufer nach Fälligkeitsmitteilung des Notars entfällt diese Gebühr komplett. Bei einem 400.000-Euro-Kauf macht das 2.000 bis 4.000 € aus.
  3. Grundschuldbestellung im selben Beurkundungstermin wie der Kaufvertrag. Per KV 21100 / Anmerkung 21101 GNotKG halbiert sich dann die Beurkundungsgebühr für die Grundschuld. Ersparnis bei 400.000 € Kaufpreis und voller Grundschuld: rund 800 €.
  4. Selber Notar für Käufer und Verkäufer. Üblich und legal. Vermeidet Doppelgebühren bei Beratung und Vertragsentwurf. Der Notar ist gesetzlich neutral.
  5. Grundschuld nicht über den tatsächlichen Darlehensbetrag hinaus eintragen. Notar- und Grundbuchgebühren skalieren mit der eingetragenen Grundschuld-Höhe. Wer 400.000 € Kaufpreis mit 350.000 € Darlehen finanziert, sollte auch nur 350.000 € Grundschuld eintragen.
  6. Kaufpreis verhandeln. Jede 10.000 € weniger Kaufpreis spart rund 120 bis 150 € Notar- und Grundbuchgebühren plus 350 bis 650 € Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland).
Was nicht funktioniert (auch wenn andere Ratgeber das behaupten):
  • Notarhonorar verhandeln ist gesetzlich verboten (§ 125 GNotKG, § 17 BNotO). Vereinbarungen über die Gebührenhöhe sind unwirksam.
  • KfW-Kredit ohne Grundschuld spart zwar die Eintragungsgebühr, aber die KfW verlangt dafür einen Zinsaufschlag, der die Ersparnis über die Laufzeit deutlich übersteigt. Netto verlierst du.

Sind Notarkosten beim Hauskauf steuerlich absetzbar?

Das hängt von der Nutzung der Immobilie ab. Die Logik ist einfach: Stehen die Kosten im Zusammenhang mit der Erzielung von Einkünften, sind sie absetzbar. Bei reiner Eigennutzung nicht.

NutzungsartAbsetzbar?Wie
Eigennutzung (selbst bewohnt)NeinAusnahme: anteilig für ein häusliches Arbeitszimmer
VermietungJaals Anschaffungsnebenkosten via AfA über 33 ⅓ Jahre auf den Gebäudeanteil
KapitalanlageJawie Vermietung
ErbschaftNein beim Erwerbaber § 3 GrEStG befreit von Grunderwerbsteuer
SchenkungNeinwie Erbschaft befreit von GrESt nach § 3 GrEStG

Notarkosten für die Grundschuldbestellung sind bei vermieteten Immobilien sogar sofort als Werbungskosten absetzbar, nicht nur über die AfA.

Was passiert, wenn der Hauskauf scheitert?

Sobald ein Notar mit dem Vertragsentwurf beauftragt wurde, sind Gebühren entstanden, auch wenn nie beurkundet wird. Wer zahlt, hängt davon ab, wer den Auftrag erteilt hat.

  • Käufer springt ab nach Auftrag, der Käufer trägt die Entwurfskosten, typisch 500 bis 2.000 € bei einem normalen Hauskauf.
  • Verkäufer springt ab nach Auftrag, wenn der Verkäufer den Notar beauftragt hat, trägt er die Entwurfskosten allein (Bestellerprinzip).
  • Beide einigen sich auf Rücktritt, meist 50/50.
  • Vertrag wurde voll beurkundet, dann aufgehoben, die ursprünglichen Beurkundungskosten plus zusätzliche Aufhebungsvertragskosten (etwa 50 % der ursprünglichen Gebühr).

Häufige Fragen zu Notar- und Grundbuchkosten

Wie hoch sind die Notarkosten beim Hauskauf 2026?

Notar- und Grundbuchkosten zusammen liegen 2026 bei 1,1 % bis 1,4 % vom Kaufpreis. Bei kleineren Kaufpreisen unter 200.000 € steigt der prozentuale Anteil; bei höheren Kaufpreisen ab 1 Mio. € sinkt er etwas. Berechnet wird nach § 34 GNotKG, Anlage 2 (Tabelle B). Hinzu kommen die Grunderwerbsteuer (3,5 bis 6,5 % je nach Bundesland) und gegebenenfalls Maklerprovision.

Wer zahlt die Notarkosten, Käufer oder Verkäufer?

In der Praxis zahlt der Käufer die Notar- und Grundbuchkosten. Der Verkäufer zahlt nur die Löschung alter Grundschulden. Diese Aufteilung ist Vertragspraxis, kein Gesetz, und kann im Kaufvertrag abweichend geregelt werden.

Sind die Notargebühren verhandelbar?

Nein. Nach § 125 GNotKG sind Vereinbarungen über die Höhe der Gebühren unwirksam. § 17 Abs. 1 BNotO verpflichtet den Notar zur Erhebung der gesetzlichen Gebühren. Rabatte oder Vergünstigungen sind verboten, egal welcher Notar.

Wann werden die Notarkosten fällig?

Die Notarrechnung folgt etwa 1 bis 2 Wochen nach der Beurkundung. Zahlungsfrist meist 14 Tage. Bei Hauskäufen mit Grundschuldbestellung kommen typischerweise 2 bis 3 separate Rechnungen über mehrere Wochen verteilt: Beurkundung Kaufvertrag, Beurkundung Grundschuld, Eigentumsumschreibung im Grundbuch.

Bekomme ich eine Gesamtrechnung oder mehrere Einzelrechnungen?

Mehrere. Nach §§ 91 ff. GNotKG wird jede separate Beurkundung und jede Grundbuchamtsleistung eigenständig abgerechnet. Standardfall: Rechnung 1 nach dem Beurkundungstermin, Rechnung 2 für die Grundschuldbestellung (falls separat), Rechnung 3 vom Grundbuchamt für die Eigentumsumschreibung nach Kaufpreiszahlung.

Sind Notarkosten steuerlich absetzbar?

Bei Eigennutzung nein. Bei vermieteten Immobilien ja, als Anschaffungsnebenkosten über die Gebäude-AfA in 33 ⅓ Jahren. Notarkosten für die Grundschuldbestellung sind bei Vermietung sogar sofort als Werbungskosten absetzbar.

Welche Grundbuchkosten fallen beim Hauskauf an?

Drei Posten: Auflassungsvormerkung (0,5-Gebühr Tabelle B vom Kaufpreis), Eintragung der Grundschuld (1,0-Gebühr vom Grundschuldbetrag) und Eigentumsumschreibung (1,0-Gebühr vom Kaufpreis). Grundbuchgebühren sind Justizverwaltungsgebühren und enthalten keine Umsatzsteuer (§ 4 Nr. 9a UStG).

Was ist eine Auflassungsvormerkung und was kostet sie?

Sie sichert dem Käufer die spätere Eigentumsumschreibung, ohne sie könnte der Verkäufer das Haus theoretisch nochmal verkaufen. Beim Grundbuchamt fällt eine 0,5-Gebühr nach Tabelle B an (KV 14150 GNotKG). Bei 400.000 € Kaufpreis sind das rund 393 €.

Wer zahlt, wenn der Hauskauf scheitert?

Wer den Notar beauftragt hat, trägt die Kosten. Hat der Käufer den Auftrag gegeben und springt ab, zahlt er die Entwurfskosten (typisch 500 bis 2.000 €). Springt der Verkäufer ab und hatte er den Notar beauftragt, zahlt er. Bei beiderseitigem Rücktritt einigt man sich meist auf 50/50.

Wann werden Grunderwerbsteuer und Notarkosten fällig?

Notarrechnung 1 bis 2 Wochen nach Beurkundung, Zahlungsfrist 14 Tage. Grunderwerbsteuerbescheid kommt 4 bis 8 Wochen nach Beurkundung. Ohne Zahlung der Grunderwerbsteuer keine Eigentumsumschreibung im Grundbuch, die Steuer ist also faktisch ein Vorab-Pflichtposten.

Welche Spar-Tipps sind beim Notar wirklich erlaubt?

Inventar separat ausweisen (spart Grunderwerbsteuer), Notaranderkonto vermeiden, Kaufvertrag und Grundschuldbestellung im selben Termin (halbiert die Gebühr für die Grundschuld nach KV 21100 / Anmerkung 21101), Grundschuld nicht über Darlehensbetrag hinaus eintragen, Kaufpreis verhandeln. Was nicht geht: das Notarhonorar verhandeln (§ 125 GNotKG verbietet das).

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