110 Prozent Finanzierung Rechner: Annahmechance prüfen 2026

5 entscheidende Kriterien für die Vollfinanzierung inklusive Kaufnebenkosten. Online prüfen, konkrete Rate berechnen, passende Strategie ableiten.

Eine 110-Prozent-Finanzierung, also die Vollfinanzierung von Kaufpreis und Kaufnebenkosten, gilt im Baufinanzierungsmarkt als anspruchsvoll. Aus Bank-Sicht ist sie ein erhöhtes Risiko: Der Beleihungsauslauf liegt über dem aktuellen Verkehrswert der Immobilie. Aus Kunden-Sicht ist sie eine Chance, schnell ins Eigenheim zu kommen, ohne jahrelang anzusparen.

Ob eine 110-%-Finanzierung darstellbar ist, hängt von wenigen, aber sehr klar abgrenzbaren Kriterien ab. Genau dafür haben wir diesen Rechner entwickelt: Er prüft in fünf einfachen Schritten deine Annahmechance und berechnet die voraussichtliche Monatsrate.

110 Prozent Finanzierung Rechner

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Genehmigungswahrscheinlichkeit wird nach vollständigen Angaben berechnet

Vorab: 6 kurze Fragen zur Annahmewahrscheinlichkeit

Bitte beantworte alle Fragen. Erst danach wird der Rechner freigeschaltet.

1. Ist Eigenkapital von mindestens den Kaufnebenkosten vorhanden, das du jedoch nicht einbringen möchtest?

2. Bist du unbefristet angestellt oder verbeamtet?

3. Handelt es sich um einen Immobilienkauf?

4. Bist du vor Aufnahme der Baufinanzierung schuldenfrei?

5. Soll die Wunschimmobilie eigengenutzt werden?

6. Wie hoch ist dein monatliches Haushaltsnettoeinkommen?

EUR / Monat

Der Rechner wird freigeschaltet, sobald alle 6 Fragen oben beantwortet sind.

Bitte frei lassen für Berechnung des maximalen Budgets.
Standard: 30 % des Haushaltsnettos. Bei eingegebenem Kaufpreis ergibt sich die Rate aus Zins und Tilgung.
Weiterer Eigenkapitaleinsatz kann die Kondition positiv beeinflussen und so Zinszahlungen sparen.
Wird automatisch berechnet. Du kannst den Wert auch selbst ändern – das Eigenkapital passt sich dann passend zum Kaufpreis an (nur bei eingegebenem Kaufpreis).
Kaufnebenkosten: Grunderwerbsteuer + 2 % Notar & Gericht + Maklercourtage.
Üblicher Satz in Deutschland: 3,57 % inkl. MwSt. Kann individuell angepasst werden.
Mindesttilgung: 1 %. Bei eingegebenem Kaufpreis berechnen sich Rate und Tilgung gegenseitig: wer eine Rate eingibt, verändert die Tilgung – wer die Tilgung verändert, verändert die Rate.
Zinssatz & Zinsbindung

Der unterstellte Sollzins wird auf Basis tagesaktueller EZB-Marktdaten und nach Beleihung gestaffelter, marktüblicher Bankenmargen automatisch berechnet. Je nach persönlicher Bonität und Marktphase können die tatsächlichen Konditionen davon abweichen. Ziel jeder Beratung ist es stets, den für dich günstigsten möglichen Zins für deine Baufinanzierung zu erreichen.

Marktdaten werden geladen …
Gewünschte Zinsbindung:
Hinweis: Vereinfachte Beispielrechnung, ersetzt keine individuelle Beratung.

Auf einen Blick

  • 110-Prozent-Finanzierung bedeutet: Die Bank finanziert Kaufpreis plus Kaufnebenkosten, ohne Einsatz von Eigenkapital.
  • Was unser Rechner kann: Er prüft deine Annahmechance anhand von 5 Kriterien und berechnet die monatliche Rate.
  • Die 5 zentralen Kriterien: Eigenkapital-Reserve, unbefristete Anstellung, Immobilienkauf (statt Sanierung), Schuldenfreiheit, Eigennutzung.
  • Zinsaufschlag: Bei 110 % liegen die Zinsen typisch 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte über einer 60-%-Finanzierung. Das hebelt die Monatsrate spürbar.

Grundlagen zur Vollfinanzierung findest du im Artikel Baufinanzierung ohne Eigenkapital. Dieser Beitrag hier ergänzt um das Werkzeug zur Bewertung der Annahmechancen.

1. Was ist eine 110-Prozent-Finanzierung?

1.1 Definition: Kaufpreis + Nebenkosten = 110 %

Eine 110-Prozent-Finanzierung ist eine Baufinanzierung, bei der das Darlehen den Kaufpreis der Immobilie zuzüglich der Kaufnebenkosten abdeckt, ohne Einsatz von Eigenkapital. Die Bezeichnung „110 %“ ist eine Faustformel: Kaufpreis (100 %) plus typische Kaufnebenkosten in Deutschland (ca. 10 % für Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, ggf. Makler) ergibt eine Finanzierungsquote von rund 110 %.

Je nach Bundesland und Maklerkonstellation kann der tatsächliche Wert auch zwischen 108 % und 115 % liegen. In Bayern und Baden-Württemberg mit niedrigerer Grunderwerbsteuer fällt die Quote etwas geringer aus, in NRW oder Hessen mit 6 % Grunderwerbsteuer eher höher.

1.2 Abgrenzung zu 80 % und 100 % Finanzierung

Der Sprung von 100 % auf 110 % ist für Banken bedeutsam. Bei der 100-%-Finanzierung deckt der Kaufpreis das Darlehen, die Immobilie ist die Sicherheit. Bei 110 % liegt das Darlehen über dem Verkehrswert. Im Verwertungsfall (Zwangsversteigerung) reicht der Erlös oft nicht aus, um das Darlehen abzulösen. Genau deshalb sind die Annahmekriterien deutlich strenger.

1.3 Hauskauf ohne Eigenkapital: Wann lohnt der Schritt?

Ein Hauskauf ohne Eigenkapital via 110-%-Finanzierung lohnt sich, wenn du ein stabiles und überdurchschnittliches Einkommen hast, der Immobilienmarkt voraussichtlich nicht stark einbricht und du die höhere Monatsrate langfristig tragen kannst. Wer dagegen knapp kalkuliert, sollte zunächst Eigenkapital aufbauen oder die Möglichkeiten unseres Budgetrechners nutzen, um realistische Szenarien zu vergleichen.

2. So funktioniert der 110-Prozent-Finanzierung Rechner

Unser Rechner kombiniert zwei Funktionen in einem Werkzeug.

2.1 Funktion 1: Annahmechance prüfen

In fünf einfachen Fragen prüfst du, ob deine Konstellation aussichtsreich für eine 110-%-Finanzierung ist. Jede Antwort wird direkt mit einem Indikator versehen: grün für positiv, rot für eingeschränkt. Das Ergebnis ist keine garantierte Zusage, gibt aber eine realistische Einschätzung, ob sich der Antragsprozess für dich lohnt.

Die 5 Kriterien im Überblick (Details in Kapitel 3):

  • Eigenkapital-Reserve vorhanden (auch wenn nicht einzubringen)
  • Unbefristete Anstellung oder Beamtenstatus
  • Immobilienkauf statt Sanierung oder Erbauszahlung
  • Schuldenfreiheit zum Zeitpunkt der Antragstellung
  • Eigennutzung statt Vermietung

2.2 Funktion 2: Monatliche Rate berechnen

Auf Basis deiner Eingaben (Kaufpreis, Einkommen, Verbindlichkeiten, Zins, Tilgung) berechnet der Rechner die voraussichtliche monatliche Rate inklusive Zinsaufschlag für die Vollfinanzierung. Die Logik dahinter entspricht unserem Budgetrechner Hausbau 2026, jedoch mit Voreinstellungen, die den höheren Zinsaufschlag bei 110-%-Finanzierung berücksichtigen.

2.3 Was der Rechner nicht ersetzt

Der Rechner ist eine Vorab-Orientierung, keine verbindliche Bankzusage. Die endgültige Entscheidung trifft jede Bank individuell auf Basis von Schufa, Bonität, Objektwert und Marktlage. Für eine konkrete und verbindliche Einschätzung deiner Möglichkeiten empfehlen wir ein kostenfreies Beratergespräch.

3. Die 5 entscheidenden Annahmekriterien

Diese fünf Kriterien sind das Herzstück des Rechners und spiegeln wider, wie Banken in der Praxis 110-%-Finanzierungen bewerten, verdichtet aus über 20 Jahren Beratungserfahrung.

3.1 Kriterium 1: Eigenkapital-Reserve vorhanden

Die erste Frage des Rechners lautet: Ist Eigenkapital von mindestens den Kaufnebenkosten vorhanden, das du jedoch nicht einbringen möchtest?

Was paradox klingt, ist für die Bank eine wichtige Information. Eine vorhandene Eigenkapital-Reserve verbessert die Bonitätseinschätzung erheblich, auch dann, wenn das Eigenkapital nicht in die Finanzierung einfließt. Es zeigt, dass du wirtschaftlich solide aufgestellt bist und im Notfall eine Reserve hast.

Wenn du kein Eigenkapital hast, ist eine Vollfinanzierung trotzdem grundsätzlich möglich, aber die anderen Kriterien müssen stark erfüllt sein. Die Risiken einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital solltest du gemeinsam mit einer Beraterin oder einem Berater bewerten.

3.2 Kriterium 2: Unbefristete Anstellung oder Beamtenstatus

Zweite Rechner-Frage: Bist du unbefristet angestellt oder verbeamtet?

Das stabile Einkommen ist für die Bank die wichtigste Sicherheit bei einer Vollfinanzierung. Eine unbefristete Anstellung oder ein Beamtenstatus gibt der Bank die Sicherheit, dass die Annuität über 20 bis 30 Jahre zuverlässig bedient werden kann.

Schwieriger wird es bei:

  • Befristeten Arbeitsverträgen, auch wenn schon mehrfach verlängert
  • Probezeit, die meisten Banken warten das Ende ab
  • Selbstständigkeit, andere Tragfähigkeitsrechnung, oft längere Historie nötig

Wenn du zu einer dieser Gruppen gehörst, ist eine 110-%-Finanzierung nicht ausgeschlossen, aber deutlich weniger Banken sind bereit, das Risiko zu tragen. Wir empfehlen in dem Fall eine Budgetberatung vorab, um realistisch zu prüfen, was möglich ist.

3.3 Kriterium 3: Immobilienkauf statt Sanierung

Dritte Rechner-Frage: Handelt es sich um einen Immobilienkauf?

Bei Immobilienkäufen sind 110-%-Finanzierungen üblich und am ehesten genehmigungsfähig. Die Bank kann den Verkehrswert der Immobilie eindeutig festlegen und hat einen klaren Beleihungswert.

Schwierig wird es bei:

  • Bauvorhaben: Die Bewertung des fertigen Objekts ist projektabhängig, Restwerte schwanken.
  • Sanierungsvorhaben: Höheres Kostenrisiko, oft kein eindeutiger Verkehrswert nach Sanierung.
  • Erbauszahlung oder Kapitalbeschaffung: Keine klassische Immobilienfinanzierung.

In diesen Fällen sind 110-%-Finanzierungen oft schwierig darstellbar. Hier solltest du dich vorab gezielt beraten lassen, um realistische Alternativen zu prüfen.

3.4 Kriterium 4: Schuldenfreiheit

Vierte Rechner-Frage: Bist du vor Aufnahme der Baufinanzierung schuldenfrei?

Bestehende Verbindlichkeiten wie Konsumkredite, Autofinanzierung oder Studienkredit reduzieren die Tragfähigkeit aus Bank-Sicht und damit die Annahmechance für eine 110-%-Finanzierung. Banken kalkulieren die monatliche Mehrbelastung in die Haushaltsrechnung ein.

Schuldenfreiheit ist ein starker Positivfaktor. Wenn du noch Verbindlichkeiten hast, sind zusätzliche Positiv-Argumente nötig (etwa hohes Einkommen, vorhandene Eigenkapital-Reserve oder Zusatzsicherheiten), um die Vollfinanzierung trotzdem zu ermöglichen.

3.5 Kriterium 5: Eigennutzung

Fünfte Rechner-Frage: Soll die Wunschimmobilie eigengenutzt werden?

Bei Eigennutzung ist eine 110-%-Finanzierung deutlich üblicher und besser genehmigungsfähig. Die Bank sieht, dass du die Immobilie selbst bewohnen willst, der Anreiz, die Rate dauerhaft zu bedienen, ist hoch.

4. Monatliche Rate: Beispielrechnungen bei 110-Prozent-Finanzierung

4.1 Was kostet eine 110-%-Finanzierung im Monat?

Die monatliche Rate bei einer 110-%-Finanzierung hängt von drei Faktoren ab: Kaufpreis (inkl. Nebenkosten), Zinssatz (mit Aufschlag für die Vollfinanzierung) und Tilgungssatz. Annuität = (Zins + Tilgung) × Darlehenssumme ÷ 12.

Beispielrechnungen mit 4,30 % Zinssatz und 2,0 % Anfangstilgung. Diese Annahmen hängen von deiner Bonität und der Marktlage ab. Tagesaktuelle Werte findest du in unserem Bauzins-Monitor.

4.2 Beleihungsauslauf-Effekt: Warum 110 % teurer ist

Der Beleihungsauslauf, also das Verhältnis von Darlehenssumme zu Beleihungswert der Immobilie, ist die zentrale Stellschraube für den Zinssatz. Je höher der Beleihungsauslauf, desto höher das Bankrisiko und desto höher der Zinsaufschlag.

Bei einer 110-%-Finanzierung liegt der Beleihungsauslauf typisch über 100 %, entsprechend höher der Zinsaufschlag. Aus unserer Praxis: 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte mehr gegenüber einer 60-%-Finanzierung sind realistisch. Bei einem 400.000-Euro-Darlehen sind 0,5 Prozentpunkte rund 167 Euro mehr Zinsen pro Monat.

Tipp Baufivergleich: Wer ein höheres Risiko trägt, sollte den Schuldenstand schneller abbauen. Eine Anfangstilgung von 2,5 % oder 3,0 % statt 2,0 % kostet pro Monat mehr, reduziert aber den Beleihungsauslauf bei der Anschlussfinanzierung deutlich. Das kann beim nächsten Zinsbindungsende eine bessere Kondition bringen. Mehr dazu im Budgetrechner.

5. Wann eine 110-Prozent-Finanzierung Sinn macht

5.1 Die richtigen Konstellationen

Eine 110-%-Finanzierung kann eine kluge Entscheidung sein, wenn:

  • Du ein stabiles, überdurchschnittliches Einkommen hast
  • Der Immobilienmarkt in deiner Region als stabil gilt
  • Die monatliche Rate komfortabel im Budget liegt (Faustregel: max. 35 bis 40 % des Netto-Einkommens)
  • Du eine Eigenkapital-Reserve hast, die du nicht antasten möchtest
  • Die Mietausgaben aktuell in vergleichbarer Höhe sind („Miet-Äquivalent“-Argument)

5.2 Wann lieber warten oder Alternativen prüfen

Eine 110-%-Finanzierung ist nicht die richtige Wahl, wenn:

  • Du befristet angestellt oder in Probezeit bist und der Kauf nicht zeitkritisch ist
  • Bestehende Verbindlichkeiten die Tragfähigkeit reduzieren
  • Die Immobilie vermietet werden soll
  • Du absehbar Eigenkapital aufbauen kannst (z. B. Bonus, Erbe, Verkauf einer Anlage)

In diesen Fällen kann es sinnvoller sein, zunächst Eigenkapital aufzubauen oder den richtigen Zeitpunkt abzuwarten. Unser Budgetrechner hilft, die verschiedenen Szenarien gegenüberzustellen.

6. Fazit: 110-Prozent-Finanzierung Rechner als Werkzeug für die Vorab-Klärung

Eine 110-%-Finanzierung ist anspruchsvoll, kann aber in den richtigen Konstellationen ein wirkungsvolles Mittel sein, um schneller ins Eigenheim zu kommen. Was es braucht:

  • Vorab-Klärung: Annahmechance über den Rechner einschätzen
  • Stabiles Einkommen: unbefristet, idealerweise Doppelverdiener oder verbeamtet
  • Schuldenfreiheit: keine Konsumkredite zum Zeitpunkt der Antragstellung
  • Eigennutzung und Immobilienkauf: andere Konstellationen sind oft schwieriger
  • Eigenkapital-Reserve im Hintergrund: auch wenn nicht eingebracht, stärkt sie die Antragsposition
  • Mit erfahrenen Beratern arbeiten: Wir finden im Marktvergleich aus über 600 Banken die wenigen, die eine 110-%-Finanzierung in deiner Konstellation darstellen.

FAQ: Häufige Fragen zum 110-Prozent-Finanzierung Rechner

Wie funktioniert der 110-Prozent-Finanzierung Rechner?

Der Rechner kombiniert zwei Schritte. Erstens prüft er anhand von 5 Fragen die Annahmechance (Eigenkapital-Reserve, Anstellung, Vorhabensart, Schuldenstand, Eigennutzung). Zweitens berechnet er auf Basis deiner Eingaben die voraussichtliche Monatsrate. Das Ergebnis ist eine Vorab-Orientierung, keine verbindliche Bankzusage.

Brauche ich für eine 110-Prozent-Finanzierung Eigenkapital?

Formal nicht, das ist ja der Sinn der 110-%-Finanzierung. Aber: Eine vorhandene Eigenkapital-Reserve (die du nicht einbringen musst, aber dokumentieren kannst) verbessert die Annahmechance erheblich. Auch ohne Eigenkapital ist eine Vollfinanzierung möglich, dann müssen aber die anderen Kriterien (stabile Anstellung, Schuldenfreiheit, Eigennutzung) stark erfüllt sein.

Geht eine 110-Prozent-Finanzierung als Selbstständiger oder in der Probezeit?

Bei Befristung, Probezeit oder Selbstständigkeit ist die Zahl der Banken, die eine 110-%-Finanzierung anbieten, deutlich kleiner. Es ist nicht ausgeschlossen, aber du solltest dich vorab beraten lassen. Andere Tragfähigkeitsrechnungen, längere Einkommens-Historie und ggf. Zusatzsicherheiten kommen ins Spiel.

Bekommt man eine 110-Prozent-Finanzierung auch für Neubau oder Sanierung?

Bei reinen Immobilienkäufen sind 110-%-Finanzierungen am üblichsten. Bei Bauvorhaben, Sanierungen, Erbauszahlungen oder Kapitalbeschaffung sind sie oft schwieriger darstellbar, weil die Bank keinen eindeutigen Verkehrswert als Sicherheit hat. Eine Erstberatung im Voraus ist hier besonders sinnvoll.

Geht eine 110-Prozent-Finanzierung mit bestehenden Krediten?

Bestehende Verbindlichkeiten reduzieren die Tragfähigkeit aus Bank-Sicht und damit die Annahmechance. Bei einer 110-%-Finanzierung sind dann zusätzliche positive Argumente nötig (etwa hohes Einkommen, Eigenkapital-Reserve im Hintergrund oder Zusatzsicherheiten). Wir besprechen das individuell in der Beratung.

Geht eine 110-Prozent-Finanzierung für vermietete Immobilien?

Bei Vermietung oder Teilvermietung lehnen viele Banken eine 110-%-Finanzierung pauschal ab. Die Eigennutzung ist ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Wenn Vermietung dein Ziel ist, sind Alternativen wie Zusatzsicherheiten (zweite Immobilie als Sicherheit), Bürgschaften oder besonders starke Bonität nötig. Frühzeitige Beratung ist hier wichtig.

Welche Banken machen 110-Prozent-Finanzierungen?

Bundesweit gibt es eine begrenzte, aber stabile Gruppe von Banken, die Vollfinanzierungen anbieten: klassische Direktbanken, einige Versicherer, regionale Sparkassen und einzelne Genossenschaftsbanken. Welche Bank im konkreten Fall infrage kommt, hängt stark von deiner Bonität und der Region ab. Über unser Netzwerk aus mehr als 600 Banken finden wir die passende Konstellation.

Wie hoch sind die Zinsen bei einer 110-Prozent-Finanzierung?

Typisch liegen die Zinsen bei einer 110-%-Finanzierung 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte über denen einer 60-%-Finanzierung. Bei aktuellen Marktzinsen für 60-%-Finanzierungen von ca. 3,5 bis 4,0 % p. a. (Stand 05/2026) heißt das: 4,0 bis 5,0 % p. a. für die Vollfinanzierung, abhängig von Bonität, Region und Bank. Tagesaktuelle Werte findest du im Bauzins-Monitor.

Was kostet eine 110-Prozent-Finanzierung über die gesamte Laufzeit?

Die Gesamtkosten hängen stark von Zinssatz, Tilgung und Sondertilgungen ab. Bei einem Beispiel-Darlehen von 330.000 Euro (110 % von 300.000 Euro Kaufpreis), 4,30 % Zins und 2,0 % Anfangstilgung sind in den ersten 10 Jahren rund 207.000 Euro an Zinsen und Tilgung fällig, davon ca. 137.000 Euro Zinsen, der Rest Tilgung. Mit höherer Tilgung lassen sich die Gesamtkosten deutlich reduzieren.

Was passiert bei einer 110-Prozent-Finanzierung im Verkaufsfall?

In den ersten Jahren ist die Restschuld bei einer 110-%-Finanzierung höher als der Verkehrswert der Immobilie. Ein Verkauf in dieser Phase würde nicht ausreichen, um das Darlehen vollständig abzulösen, die Differenz müsstest du aus Eigenkapital tragen. Erst nach mehreren Jahren Tilgung schließt sich diese Lücke. Mehr zu den Risiken im Artikel Baufinanzierung ohne Eigenkapital.

Ist eine 110-Prozent-Finanzierung sinnvoll?

Eine 110-%-Finanzierung ist sinnvoll, wenn das Einkommen stabil und überdurchschnittlich ist, der Immobilienmarkt in der Region als stabil gilt und die Monatsrate komfortabel im Budget liegt. Weniger sinnvoll wird die Finanzierung bei knappen Budgets, befristeten Arbeitsverträgen, bestehenden Krediten oder Vermietungsabsicht. Die individuelle Bewertung gehört in eine gute Erstberatung.

Wie viel Eigenkapital ist bei einer 110-Prozent-Finanzierung trotzdem sinnvoll?

Sinnvoll ist eine Eigenkapital-Reserve in Höhe von 3 bis 6 Monatsraten als Liquiditätspuffer, auch wenn das Geld nicht in die Finanzierung einfließt. Das schützt dich bei kurzfristigen Einkommenslücken (Krankheit, Jobwechsel) und gibt der Bank Vertrauen.

Risikohinweis und Transparenz

Risikohinweis: Eine 110-Prozent-Finanzierung trägt ein erhöhtes Risiko, weil das Darlehen den Verkehrswert der Immobilie übersteigt. Bei sinkenden Immobilienpreisen, Einkommensausfall oder einer Anschlussfinanzierung zu schlechteren Konditionen kann eine Unterdeckung entstehen. Im Verkaufsfall reicht der Erlös in den ersten Jahren typisch nicht aus, um das Darlehen vollständig abzulösen. Eine sorgfältige Tragfähigkeitsprüfung und ein realistischer Liquiditätspuffer sind Pflicht.

Vergangene Wertentwicklung: Vergangene Marktzinsen, regionale Preisentwicklungen oder Beleihungssätze sind keine Garantie für künftige Konditionen. Alle Beispielrechnungen in diesem Artikel beruhen auf Annahmen mit Stand 05/2026 und können zum Zeitpunkt deiner Antragstellung abweichen.

Vergütungshinweis: Baufivergleich.de GmbH ist ein unabhängiger Vermittler von Baufinanzierungen mit Erlaubnis nach §34i GewO. Die Beratung ist für dich kostenfrei. Wir erhalten im Erfolgsfall eine Provision direkt von der finanzierenden Bank. Diese Provision beeinflusst unsere Bankempfehlung nicht: Wir wählen die für dich beste Kondition aus dem Vergleich von über 600 Banken.

Dieser Rechner ist eine Vorab-Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung oder verbindliche Bankzusage. Für deine konkrete Situation sprich uns bitte direkt an.

Quellen (Primärquellen, Stand 05/2026)

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