Welche Bank für die Baufinanzierung? Anbieter im Vergleich

Inhaltsverzeichnis

Die Frage nach der besten Bank ist die häufigste vor einer Finanzierung. Sie hat nur keine allgemeingültige Antwort, und wer dir eine gibt, verkauft dir etwas.

Auf einen Blick

Keine Bank ist dauerhaft die günstigsteKonditionen ändern sich wöchentlich. Wer heute vorne liegt, liegt in vier Wochen im Mittelfeld.
Der Zins hängt an deinem Fall, nicht am InstitutBeleihungsauslauf, Objektart und Einkommensart verschieben den Zins stärker als die Wahl der Bank.
Sechs Anbietertypen mit klaren StärkenDirektbank, Sparkasse, Genossenschaftsbank, Versicherer, Pfandbriefbank, Bausparkasse. Jeder hat Fälle, in denen er gewinnt.
Der Vermittler kostet dich nichtsIhn bezahlt die Bank, die den Zuschlag bekommt. Für dich bleibt die Konditionsanfrage kostenfrei und Schufa-neutral.
0,3 Prozentpunkte sind kein DetailBei 400.000 Euro und zehn Jahren Zinsbindung sind das 12.634 Euro.

Welche Bank ist die beste für eine Baufinanzierung?

Es gibt keine Bank, die für alle die beste ist. Die passende Bank ist die, deren Risikoraster zu deinem Fall passt. Zwei Haushalte mit dem gleichen Einkommen bekommen bei derselben Bank unterschiedliche Zinsen, weil Eigenkapitalquote, Objektart und Art des Einkommens unterschiedlich bewertet werden.

Deshalb führt die Frage nach der besten Bank fast immer in die Irre. Weiter kommst du mit der Frage, welcher Anbietertyp deine Situation am freundlichsten bewertet. Ein Angestellter mit 30 Prozent Eigenkapital und einer Standard-Eigentumswohnung in einer Großstadt bekommt darauf eine andere Antwort als eine Selbstständige, die ein Fachwerkhaus von 1890 saniert.

Welche Banken vergeben überhaupt Baufinanzierungen?

Sechs Anbietertypen vergeben in Deutschland Immobiliendarlehen. Sie unterscheiden sich weniger im Zins als darin, welche Fälle sie überhaupt annehmen und wie schnell sie entscheiden.

AnbietertypStärkeSchwächePasst, wenn
DirektbankSchlanke Kosten, oft scharfe Konditionen bei glatten FällenWenig Spielraum bei Besonderheiten, Beratung standardisiertStandardobjekt, sicheres Angestelltenverhältnis, solides Eigenkapital
SparkasseKennt den regionalen Markt und die Objektwerte vor OrtAushangzinsen oft über dem MarktdurchschnittUngewöhnliches Objekt, regionale Besonderheiten, Wert der Nähe
GenossenschaftsbankÄhnlich regional, häufig flexibel bei der BewertungFilialkosten stecken im ZinsRegionaler Bezug, Bestandsimmobilie mit Eigenheiten
VersichererSehr lange Zinsbindungen, oft günstig bei niedrigem BeleihungsauslaufEnge Objektkriterien, wenig Toleranz nach untenViel Eigenkapital, Wunsch nach 20 oder 30 Jahren Zinssicherheit
PfandbriefbankGünstige Refinanzierung, konkurrenzfähig bei großen VoluminaMeist nur über Vermittler zugänglichHöhere Darlehenssummen, saubere Unterlagen
BausparkasseZinssicherheit über die gesamte Laufzeit, KombimodelleAbschlussgebühr, Zuteilung nicht garantiert terminierbarLangfristige Zinsabsicherung wichtiger als der Startzins

Dazu kommen die Förderbanken, also die KfW und die Landesförderinstitute. Sie ersetzen keine Bank, sie kommen als Baustein daneben. Du beantragst die Förderung immer über die finanzierende Bank, und längst nicht jede Bank leitet jedes Programm durch. Wenn Förderung ein größerer Posten in deiner Rechnung ist, klärst du diese Frage besser am Anfang als am Ende.

Der Vermittler ist in dieser Liste bewusst nicht enthalten. Er ist keine siebte Bankart, sondern der Zugang zu den anderen sechs.

Hausbank oder Vermittler: was ist am Ende günstiger?

Für dich ist der Weg über einen Vermittler meistens günstiger, weil du mehrere Institute parallel abfragst statt eines nach dem anderen. Den Vermittler bezahlt die Bank, die am Ende den Zuschlag bekommt. Dir entstehen keine Kosten, und die Konditionsanfrage bleibt Schufa-neutral.

Wie groß der Unterschied ausfällt, zeigt eine Rechnung mit runden Zahlen:

Beispielrechnung. Darlehen 400.000 Euro, anfängliche Tilgung 2 Prozent, zehn Jahre Zinsbindung, Monatsrate konstant 1.833 Euro.

Sollzins 3,50 %Sollzins 3,20 %
Zinsen in zehn Jahren124.378 €111.744 €
Restschuld nach zehn Jahren304.378 €291.744 €

Bei gleicher Monatsrate zahlst du mit dem niedrigeren Zins 12.634 Euro weniger Zinsen. Genau dieser Betrag steckt zusätzlich in der Tilgung, deine Restschuld liegt nach zehn Jahren also um dieselben 12.634 Euro niedriger. Das ist der Effekt von drei Zehntel Prozentpunkten.

Die Zahlen sind ein Beispiel und keine Zinsprognose. Aktuelle Konditionen findest du unter aktuelle Bauzinsen.

Wichtig ist die Lizenzfrage. Wer Immobiliendarlehen vermittelt, braucht die Erlaubnis nach § 34i GewO. Diese Erlaubnis kannst du im Vermittlerregister der Deutschen Industrie- und Handelskammer prüfen. Ein Portal ohne diese Erlaubnis darf beraten, aber nicht vermitteln.

Was den Zins stärker verschiebt als die Wahl der Bank

Der Beleihungsauslauf. Er beschreibt, welchen Anteil des Beleihungswerts dein Darlehen ausmacht, und er ist bei jeder Bank die wichtigste Stellschraube für deinen Zinssatz.

Ein Beispiel. Die Bank setzt für eine Immobilie einen Beleihungswert von 400.000 Euro an. Nimmst du 240.000 Euro auf, liegt dein Beleihungsauslauf bei 60 Prozent. Nimmst du 360.000 Euro auf, sind es 90 Prozent. Für die Bank ist das ein anderer Fall, weil im Verwertungsfall deutlich weniger Puffer bleibt. Der Aufschlag zwischen diesen beiden Stufen ist in der Regel größer als der Unterschied zwischen zwei konkurrierenden Banken am selben Tag.

Praktisch heißt das: Bevor du Institute vergleichst, lohnt der Blick auf die eigene Struktur. Schon ein kleiner Eigenkapitaleinsatz, der dich unter eine Stufe wie 80 oder 90 Prozent bringt, wirkt oft stärker als jede Verhandlung. Was bei dir herauskommt, rechnest du mit dem Beleihungsauslauf-Rechner durch.

Welche Bank hat aktuell die günstigsten Bauzinsen?

Das wechselt laufend, und deshalb ist die Antwort auf diese Frage nie länger als ein paar Wochen gültig. Banken steuern ihr Neugeschäft über den Zins. Wer sein Volumen für das Quartal erreicht hat, nimmt den Fuß vom Gas, und ein anderes Institut übernimmt die Spitze.

Dazu kommt ein Missverständnis, das viele Vergleiche unbrauchbar macht. Der beworbene Zins ist ein Bestzins. Er gilt für einen Beleihungsauslauf von häufig 60 Prozent, ein Standardobjekt und ein unbefristetes Angestelltenverhältnis. Liegt dein Beleihungsauslauf bei 90 Prozent, bekommst du diesen Zins nicht, egal bei welcher Bank du fragst.

Vergleichbar wird es erst über den Effektivzins nach Preisangabenverordnung und über das Europäische Standardisierte Merkblatt, das dir die Bank nach § 491a BGB aushändigen muss. Dort stehen alle Kosten drin, nicht nur der Sollzins.

Bei welcher Bank bekommt man am ehesten eine Zusage?

Bei der Bank, deren Prüfraster zu deinem Einkommen und deinem Objekt passt. Alle Institute prüfen nach § 505a BGB deine Kreditwürdigkeit, aber sie gewichten unterschiedlich. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einer Absage und einer Zusage bei identischen Unterlagen.

Ich habe 14 Jahre bei einer deutschen Großbank Baufinanzierungen beraten und Kreditentscheidungen getroffen, davon elf Jahre in Führungsverantwortung als Team- und Filialleiter. Aus dieser Zeit die drei Punkte, an denen Anträge tatsächlich scheitern:

Die Haushaltsrechnung, nicht das Einkommen. Banken rechnen mit Pauschalen für Lebenshaltung, nicht mit deinen echten Ausgaben. Diese Pauschalen unterscheiden sich je nach Institut deutlich. Derselbe Haushalt ist bei der einen Bank tragfähig und bei der anderen knapp darunter. Das hat nichts mit deiner Bonität zu tun und alles mit der internen Rechenvorschrift.

Der Beleihungswert. Die Bank finanziert nicht den Kaufpreis, sondern den Wert, den sie selbst ansetzt. Liegt dieser Wert unter dem Kaufpreis, wächst deine Eigenkapitallücke, obwohl sich an deinem Kontostand nichts geändert hat. Regionale Institute setzen Werte vor Ort oft realistischer an als überregionale, weil sie die Lage kennen.

Die Art des Einkommens. Befristung, Probezeit, Selbstständigkeit oder ein hoher variabler Anteil werden sehr unterschiedlich behandelt. Manche Banken lehnen in der Probezeit grundsätzlich ab, während andere sich den Berufsweg ansehen. Wer hier beim falschen Institut anfängt, sammelt Absagen, obwohl der Fall finanzierbar wäre.

Deshalb ist die Reihenfolge der Anfragen kein Zufallsprodukt. Sie ist der eigentliche Hebel.

Welche Bank passt zu deiner Situation?

Eine Orientierung nach Fallgruppen. Sie ersetzt keine Prüfung deiner Unterlagen, zeigt aber, in welche Richtung es meistens geht.

  • Viel Eigenkapital, Standardobjekt, festes Anstellungsverhältnis. Direktbanken und Versicherer sind hier stark. Bei niedrigem Beleihungsauslauf spielen Versicherer ihre langen Zinsbindungen aus.
  • Wenig Eigenkapital. Entscheidend ist, welche Bank überhaupt bis 90 oder 100 Prozent Beleihungsauslauf geht und was sie dafür an Aufschlag nimmt. Die Spanne zwischen den Instituten ist hier größer als in jeder anderen Fallgruppe.
  • Selbstständig oder Freiberuflerin. Bei der Bewertung der Gewinne gehen die Institute weit auseinander. Manche mitteln zwei Jahre, andere drei, wieder andere nehmen das schlechteste Jahr. Mehr dazu unter Baufinanzierung für Selbstständige.
  • Sanierung oder Denkmal. Hier zählt, ob die Bank die passenden Förderprogramme durchleitet und ob sie Baufortschritte flexibel auszahlt. Der günstigste Zins nützt wenig, wenn die Auszahlung am Bautenstand scheitert.
  • Ungewöhnliches Objekt. Fachwerk, Erbbaurecht, Mehrfamilienhaus mit gemischter Nutzung oder Lagen ohne Vergleichswerte. Regionale Institute bewerten das oft realistischer, weil sie den Markt kennen.

Woran du eine unpassende Bank erkennst

Fünf Signale tauchen immer wieder auf, egal ob Direktbank, Sparkasse oder Vermittler.

  • Du bekommst nur den Aushangzins genannt und keine Angabe zum Beleihungsauslauf, auf dem er beruht.
  • Das Europäische Standardisierte Merkblatt kommt erst auf Nachfrage.
  • Sondertilgungen sind nicht vorgesehen oder kosten extra. Marktüblich sind bis zu fünf Prozent jährlich ohne Aufschlag.
  • Die bereitstellungsfreie Zeit ist kürzer als dein Bauvorhaben. Bei einem Neubau werden daraus schnell vierstellige Beträge an Bereitstellungszinsen.
  • Die Finanzierung wird an weitere Produkte gekoppelt, die du nicht angefragt hast.

Unabhängig davon gilt für jedes Darlehen mit mehr als zehn Jahren Zinsbindung das Sonderkündigungsrecht nach § 489 BGB. Nach zehn Jahren ab Vollauszahlung kannst du mit einer Frist von sechs Monaten kündigen, ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Eine lange Zinsbindung ist damit weniger riskant, als viele annehmen.

Häufige Fragen

Welche Bank ist am besten für Baufinanzierungen? Keine pauschal. Entscheidend ist, welches Institut dein Einkommen und dein Objekt am freundlichsten bewertet. Bei viel Eigenkapital und Standardobjekt liegen Direktbanken und Versicherer meist vorn, bei besonderen Objekten oder Einkommen regionale Institute.

Welche Bank hat aktuell die günstigsten Bauzinsen? Das wechselt wöchentlich, weil Banken über den Zins ihr Neugeschäft steuern. Ein dauerhafter Spitzenreiter existiert nicht. Sinnvoll ist ein Vergleich zum Zeitpunkt deiner Anfrage, nicht die Suche nach einem festen Namen.

Bei welcher Bank bekommt man am ehesten einen Kredit? Bei der Bank, deren Prüfraster zu deiner Situation passt. Die Haushaltspauschalen, der angesetzte Beleihungswert und die Bewertung deiner Einkommensart unterscheiden sich je nach Institut so stark, dass derselbe Antrag einmal durchgeht und einmal abgelehnt wird.

Welche Bank bietet die besten Immobilienkredite? Gemessen wird das an den Konditionen insgesamt, nicht am niedrigsten Sollzins: ausreichende Sondertilgung, eine bereitstellungsfreie Zeit, die zu deinem Vorhaben passt, Flexibilität beim Tilgungssatz und ein Effektivzins, der alle Kosten enthält.

Kostet mich der Vergleich über einen Vermittler etwas? Nein. Vergütet wird der Vermittler von der Bank, die den Abschluss erhält. Die Konditionsanfrage selbst ist kostenfrei und wirkt sich nicht auf deinen Schufa-Score aus, solange es eine Konditionsanfrage und keine Kreditanfrage ist.

Sollte ich trotzdem bei meiner Hausbank fragen? Ja, als Vergleichsangebot. Nur solltest du das Angebot deiner Hausbank am Effektivzins und am Standardisierten Merkblatt messen und nicht an der Beziehung. Beides lässt sich sauber nebeneinanderlegen.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  • § 34i Gewerbeordnung, Erlaubnis für Immobiliardarlehensvermittlung
  • § 491a BGB, vorvertragliche Information über das Europäische Standardisierte Merkblatt
  • § 505a BGB, Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung
  • § 489 BGB, Sonderkündigungsrecht nach zehn Jahren
  • Preisangabenverordnung, Berechnung des effektiven Jahreszinses
  • Vermittlerregister der Deutschen Industrie- und Handelskammer
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